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„Komm rüber! Sieben Wochen ohne Alleingänge“

Liebe Leserinnen und Leser,

am Mittwoch, 14. Februar beginnt die diesjährige evangelische Fastenaktion „7 Wochen ohne“.

Wie jedes Jahr bin ich zunächst etwas zurückhaltend, wenn ich an die Fastenzeit denke, denn ich bin keiner, der gerne verzichtet: Weder auf Genussmittel wie Kaffee oder Süßigkeiten noch auf Fernsehen und Unterhaltung.

Deshalb bin ich dankbar, dass sich seit vielen Jahren die Fastenaktionen nicht nur auf das Verzichten liebgewordener Gewohnheiten konzentrieren, sondern auch auf
die Möglichkeit neue Erfahrungen zu machen.
In diesem Jahr ist das besonders spannend, denn das Motto 2024 lautet: „Komm rüber! Sieben Wochen ohne Alleingänge“.
Hier schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Ich bin gerne allein und mache mir meine eigenen Gedanken. Ohne diese persönlichen Zeiten könnte ich nicht leben.
Auf der anderen Seite spüre ich, dass es mir nicht guttut, wenn ich aufgrund von Bequemlichkeit, Feigheit oder Zeitdruck nur im eigenen Saft schmore.


Vielleicht probieren wir es in den 7 Wochen der Fastenzeit einfach mal aus: Bevor wir etwas alleine entscheiden, suchen wir das Gespräch. Oder wir fangen eine Nummer kleiner an: Bevor wir eine Tasse Kaffee alleine trinken, laden wir unseren Nachbarn ein. In diesem Zusammenhang fällt mir ein, dass es in meiner Jugendzeit auf der Ostalb noch Eckkneipen oder Gastwirtschaften gab, in denen man gemeinsam den Feierabend einläutete und die Erfahrungen des Alltags miteinander teilte. Heute machen wir das im Alleingang eher für uns in den eigenen vier Wänden (Das Sterben der Dorfwirtschaften mag ein Indiz dafür sein).


„Komm rüber! Sieben Wochen ohne Alleingänge“. Diese Aufforderung bringt uns mit anderen Menschen zusammen. Entweder, weil wir angesprochen werden oder 
weil wir andere einladen mit uns Gemeinschaft zu haben. „Komm rüber! Sieben Wochen ohne Alleingänge“. Das gilt auch für unsere Beziehung zu Gott. Gott will nicht, dass wir im Alleingang neben ihm her leben.
Viel wichtiger als unsere Alleingänge ist es, dass Gott zu uns rüberkommt und wir zusammen mit ihm die Schönheiten und Herausforderungen des Lebens meistern (und manchmal auch scheitern). Gerade die Fastenzeit kann uns auf beides aufmerksam machen: Auf das Lebendige und Gelungene, aber auch auf das, was uns im Weg steht und was wir endlich aus dem Weg räumen können. Das ist im Alleingang kaum zu schaffen. Wie befreiend ist es, wenn Gott uns anruft: „Komm rüber!“

Herzliche Grüße, Pfarrer Johannes Knöller

 


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Segenswunsch zur Jahreslosung 2024

Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.
1. Korinther 16,14

Zu Hause in der Liebe zu sein, das wünsche ich dir.
Du bist willkommen, jederzeit.
Hier warten Wärme und Licht.
Von den Schultern fällt, was dich bedrückt und bitter macht.
Ausruhen darfst du, bis neue Kräfte in dir wachsen.
Die Liebe überdauert Raum und Zeit.
Und bleibt dein Zuhause immerdar.
Denn die Liebe geht niemals aus.

Tina Willms