Geschichte

Am 15. Oktober 1863 erfolgt die Grundsteinlegung für die evangelische Stadtpfarrkirche, der Entwurf für den Backsteinbau im neugotischen Stil stammt vom königlichen Kreisbaumeister Georg Freiherr von Stengel, der auch die katholische Stadtpfarrkirche St.Johann Baptist in unmittelbarer Nachbarschaft entworfen hat

am 25.August 1867 kann die Kirche (nach Bauunterbrechung wegen des Krieges) eingeweiht werden

1882 Einbau des Kirchengestühls auf den Emporen

1894/1895 Einbau von Gasheizung und Beleuchtung

1899 Umbau der Orgel  von Sigmund Braungart durch die  Firma Steinmeyer/ Oettingen

1918 im Juli werden die beiden großen Glocken abgenommen, um sie einzuschmelzen (Kriegsbedarf).

1926 Einbau einer mechanischen Turmuhr mit Pendel und elektrischem Aufzug

Innenraum nach Renovierung 1927
Bildrechte: Archiv der Petrusgemeinde

1927 die Kirche wird nach Plänen des Architekten Albert Unseld (Ulm) renoviert:

  • Ausbesserungsarbeiten am Mauerwerk, am Bodenbelag und den Steinstufen zum Chorraum
  • farbliche Neugestaltung des Inneren durch den Architekt Albert Unseld
  • Erneuerung der Gasheizung
  • im Vorraum Ziegelmauerwerk gegen die Feuchtigkeit eingesetzt

1928 Reparatur und Erweiterung der Steinmeyer-Orgel

1942 erneut müssen die Glocken der Kirche zum Einschmelzen abgenommen werden (Kriegsbedarf).

1945 im März Kriegsschäden an Dach, Fenstern und durch Rauchspuren im Innenraum
Nach dem Krieg werden die Fenster notdürftig repariert, Schäden im Mauerwerk behoben (westliche Sakristei) und das Dach ausgebessert.

Am 26. März 1950 feiert die Gemeinde die Glockenweihe des jetzigen Geläuts.

Innenraum nach Renovierung 1951
Bildrechte: Archiv der Petrusgemeinde

1951 Innenraumsanierung nach Plänen des Architekten Ott (Günzburg)

  • Ausbesserung der Kriegsschäden  und der durch die jahrelange provisorische Verschalung der Fenster entstandenen Schäden
  • umfangreiche Maurerarbeiten
  • Erneuerung des Taufsteins mit neuem Taufdeckel aus Kupfer
  • farbliche Neugestaltung der Kirche: die neugotische Ornamentik wird durch eine helle Tönung ersetzt
  • Entfernung von Bildern und Zeichnungen aus dem Chorraum
  • Aufhellung aller Holzteile (Kanzel, Bänke, Emporen, Türen)
  • Entfernung des Schalldeckels der Kanzel
  • Renovierung der Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges
  • Instandsetzung und Ergänzung der Steinmeyer-Orgel

1952 Turmuhr: neue Zifferblätter, neues Werk, neue Vergoldung der Zeigerpaare

1954 Erneuerung des schadhaften Turmdachs; Renovierung der Sakristei

1956  Stiftung von 12 Fenstern für die Spitzbogenfenster unter den Emporen; die sog. „Apostelfenster“ gestaltet vom Ulmer Künstler Wilhelm Geyer, - befinden sich inzwischen als zwei Sechsergruppen und ohne die Spitzbögen über den Eingangstüren der Vorhalle

1960  auch die Chorfenster, gestaltet von Lisa Beyer-Jatzlau, sind eine Stiftung; sie zeigen Taufe und Abendmahl und befinden auf den Treppenabsätzen  in den Vorräumen der Seitenemporen;

1962 Architekt Dipl. Ing. Theodor Steinhauser aus München (Gräfelfing) wird mit einer umfassenden Sanierung und Umgestaltung beauftragt.

1963 die evangelische Stadtpfarrkirche wird in Petruskirche umbenannt, da mit der Erlöserkirche in Offenhausen eine weitere evangelische Kirche in Neu-Ulm existiert.

1967  Sanierung:

  • neuer Dachstuhl
  • quadratischer Betonanker als Mauerkranz für die Dachauflage
  • Stabilisierung der Mauerfugen mit Spezialmörtel

Beschluss 1969 unter der Kirche sollen Gemeinderäume eingebaut werden

Aussenaufnahme Kirche
Bildrechte: Archiv der Petrusgemeinde

am 1. April 1970 beginnen die Bauarbeiten

  • Anbau der Eingangshalle
  • Anheben des Kirchenraumbodens
  • Ausschachten des Gemeinderaumbereiches (Grundmauerntiefe)
  • Versetzung des Altars in den Hauptraum (Gemeindezentriert)
  • Anbringung des Holzscheibenkreuzes, das von vom Bildhauer Karlheinz Hoffmann gestaltet wurde
  • Versetzen der Apostelfenster in die Vorräume über den Portalen, die Chorfenster kommen auf den Absatz mit den Emporenzugängen
  • Einbau Gemeindebereich (2 Gruppenräume, Küche, Foyer, trennbarer großer Gemeindesaal, WCs)
Weihnachten 1972
Bildrechte: Archiv der Petrusgemeinde

Am 12. Dezember 1971 kann das Untergeschoss eingeweiht werden.
Bis zum 30. Januar 1972 verzögert sich die Einweihung des Kirchenraumes wegen Verlegearbeiten des Fußbodens.
Am 11.Mai 1972 wird die neue Orgel von Baumeister Ekkehard Simon (Landshut) vorgestellt.
Am 26. November 1972 werden auch die neuen Relief-Eingangstüren, die der Ulmer Bildhauer Günther Späth mit Szenen aus dem Leben des Petrus gestaltet hat, in der Predigt erläutert und geweiht.

1986 wird die Simon-Orgel auf drei Manuale erweitert

1989/90 wird der Petrussaal renoviert

1990  Einbau einer funkgesteuerten Turmuhr

1990-92 Umgestaltung des Kirchplatzes und Bau einer Tiefgarage

Von Juli 1994 bis zur Renovierung 2015 setzt der farbige Wandbehang der koreanisch-christlichen Künstlerin Heiyoung Ahn farbige Akzente im Chorraum.

Seit 2004  ermöglicht ein Aufzug (Stiftung) den barrierefreien Zugang in die Kirche.

Am 1. Mai 2006 beginnt die Aktion „Petrus packt's an" zur Finanzierung notwendiger Renovierungsarbeiten.

der eingerüstete Kirchenraum
Bildrechte: Thomas

2015/16 umfangreiche Renovierungs- und Umbaumaßnahmen an der Petruskirche und den Gemeinderäumen unter Federführung des Architekturbüros Meister/Ulm (

  • am Hauptdach mit der Sicherung und teilweisen Erneuerung des historischen Dachgebälks.
  • an den Gewölbekuppeln über dem Haupt- und den Seitenschiffen.
  • denkmalgerechte Generalsanierung von Kirchenraum und Petrussaal
  • neue Raumorganisation und -erweiterung des Tiefparterres. - Dort erschließt ein neues Foyer mit zuschaltbarer Küche den Petrussaal sowie neu geschaffene Jugend- und Sozialräume. Die Herausforderung liegt darin, bei eng begrenzten räumlichen Möglichkeiten eine hohe Qualität für die einzelnen Räume zu gewinnen.
  • Im Hochparterre wird das Foyer vor dem Kirchenschiff umgebaut und um Garderoben und Nebenräume erweitert.
  • Ein neues Lichtkonzept unterstützt im Foyer und den anschließenden Räumen die sakrale Wirkung auf dem Weg zum Kirchenraum.
  • Für die Erweiterung der Außenfassaden bedingten Denkmalschutzauflagen die Nachbildung historischer Sichtmauerwerksziegel.
  • Neue Treppenaufgänge aus Sichtbeton im Außenbereich erschließen nun die Kirche von zwei Seiten und führen in das erweiterte Foyer.
  • Ein umfassendes Brandschutzkonzept muss entsprechend der Brandschutzauflagen erarbeitet und umgesetzt werden

im Juli 2017 feiert die Petrusgemeinde eine Festwoche zu „150 Jahre evangelische Stadtkirche Neu-Ulm“