Musikalisches Prisma

Mitten während des mehrstimmigen Gesangs im Gottesdienst durchbricht die Sonne den Nebel in Neu-Ulm und taucht die Petruskirche in helles Licht. Es ist fast so, als ob dies die Stimmung der Gottesdienstbesucherinnen und -Besucher, ebenso wie die Freude der Musizierenden einfangen will.

Die Musik ist und bleibt wichtiger Bestandteil im Gemeindeleben von Petrus.
Seit Beginn der Corona-Pandemie waren die ganz großen musikalischen Events nicht mehr möglich.
Oliver Scheffels war Anfang Juli zum letzten Mal bei einem regulären Gottesdienst an der Orgel.
Wie dankbar sind wir deshalb für alle neben- und ehrenamtlichen Organisten und Organistinnen, die zu den Gottesdiensten und Andachten unsere Simon-Orgel zum Klingen bringen. An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei Ihnen allen für ihren Dienst bedanken.

Doch die Gemeinde durfte sich in den letzten Monaten an einem musikalischen Prisma erfreuen. 

Die PetrusBand

Sabine Meier-Guthke hatte aus einer Klausurtagung den Auftrag für eine neue Petrus-Formation mitgenommen. Gemeinsam mit dem Neu-Ulmer Musikproduzenten Günter Hänssler suchte und fand sie weitere Begeisterte für eine kleine, aber klangkräftige und ausdrucksstarke Gruppe. Mittlerweile hat die PetrusBand schon bei sechs Gottesdiensten die Zuhörenden und Mitsingenden begeistert. Weitere Termine sind in Vorbereitung.

Die Instrumentalensembles

Als im Oktober 2021 die Stelle des Kantors an der Petruskirche verwaist war, haben Musikerinnen und Musiker unserer Ensembles nicht lange gezögert. 

Zu Erntedank war der Posaunenchor ein besonderes Geschenk im Familiengottesdienst. 
 

Adventszeit in der Petruskirche
Bildrechte: Bauer

Die Proben des Kammerorchesters der Petruskirche wurde ab Oktober von Helmut Wagenmann, Cellist der Ulmer Philharmoniker a.D., übernommen. Geprobt wurde u.a. für den Gottesdienst am 1. Advent als Gemeinschaftsprojekt mit dem PetrusChor, dessen Leitung Barbara Kreimann vorübergehend wahrnimmt.

Leider haben wir nur eine wunderschöne Generalprobe mit einer Bearbeitung von „Es kommt ein Schiff geladen“ von Wolfgang Gütinger für 4-stimmigen Chor, unterstützt durch das parallel laufende Orchester, und einem Bach – Choral durchführen können, bei der wir dadurch auch unserem lieben Kantor a.D. KMD Wolfgang Gütinger gedachten. Aufgrund der neuen Hygiene-Maßnahmen muss das Orchester derzeit pausieren. Die anderen geprobten Werke waren gedacht für eventuelle Mitwirkungen im Gottesdienst. Zum Gottesdienst am 2. Weihnachtsfeiertag, der von Wolfgang Gütinger an der Orgel vorbereitet war, war ein Choral aus dem Weihnachtsoratorium von J.S. Bach war geplant.

Das Fabri-Quartett wurde in der Lockdown-Zeit von Vox-Humana-Kammerchormitgliedern und aus der Freude am Musizieren heraus gegründet. Schon am Reformationstag brachten es in der Besetzung Flöte/Blockflöte, Violine, Cello und Bass/Cembalo Werke von Corelli und Telemann zum Klingen. 
 
Das Telemann-Septett ist die wunderbare Erweiterung des Fabri-Quartetts um eine weitere Flöte/Blockflöte, eine zweite Violine und Viola/Orgel. Am 2. Advent wurde das Flötendoppel-Konzert e-moll von Georg Philipp Telemann begleitend zum Gottesdienst aufgeführt. Am Sonntag, den 23.1.22 waren Teile aus dem „Concerto Pastorale” von Johann Christoph Pez zu hören. Das Zusammenspiel bereitet dem Septett jedes Mal große Freude. Und so versuchen sie, weiteres barockes Notenmaterial für diese besondere Ensemble-Besetzung zu entdecken, zu spielen und damit die Gottesdienste musikalisch zu bereichern. 

 

Am 25.01.2022 leitete Thomas Becker zum letzten Mal während der Vakanz den Gospel-Chor. Da durfte ein herzliches Dankeschön natürlich nicht fehlen!
Bildrechte: Thomas

Unser Gospelchor

... wollte während der Vakanz nicht still bleiben. Zum Glück hat sich Thomas Becker bereit erklärt, die Proben zu leiten. So konnten wir uns (zumindest solange es die Bestimmungen zuließen) in den verschiedenen Stimmen zum Singen im Kirchenraum treffen. Und das hat uns allen gutgetan. …

Taizé-Lieder

Zur besonderen Stimmung bei der „Nacht der Lichter“ im Ulmer Münster gehört nicht nur der Schein von unzähligen Kerzen, sondern auch der Klang der vertrauten und sehr meditativen Taizé-Lieder. Als klar war, dass das Ereignis erneut pandemiebedingt ausfallen würden, formierte Ute Kling für eine kleine Version der Lichternacht in der Petruskirche einen siebenköpfigen Chor aus ihrem Freundeskreis.

Der Projektchor

Für die Vesper-Gottesdienste am Hl. Abend hatte unser Gastorganist Joachim Pfeiffer die Idee, mit einem kleinen Ensemble Bachchoräle zu singen.

Da dies bei den Sängerinnen und Sängern und der Gemeinde gut ankam, organisierte Christina Richtmann für den GD am 16.1. erneut einen kleinen Chor. Sie verfügt nicht nur über einige Chorleitererfahrung, sondern ihr ist das musikalische „Soli deo gloria“ ein Herzensanliegen. Unter diesem Motto gelang es, einmal ganz ohne die Orgel auszukommen, die Liturgie und den Psalm zu intonieren und auch mit der Gemeinde gemeinsam zu singen. Großartig, dass sich Ehrenamtliche finden ließen, die bereit waren, konzentriert und engagiert die zum Teil anspruchsvolle Arrangements selbst einzustudieren und nach nur zwei Proben diesen Gottesdienst so einmal anders zu gestalten.

Die KOOP-Band

Eigens zur Gestaltung des gemeinsamen Gottesdienstes der drei Neu-Ulmer Stadtgemeinden am 2. Januar hat Pfarrerin Ruth Šimeg einige Mitglieder der freiGeist Band angesprochen. Unter der bewährten Leitung von Günter Hänssler und mit wenigen, intensiven Proben begrüßten acht Musizierende mit einem fröhlichen Publikum das neue Jahr.

Gäste

Gerade während der Vakanz war es schön, dass auch musikalische Gäste den Weg in die Petruskirche fanden. Trotz erschwerter Bedingungen nahm ein dankbares und tolles Publikum diese Angebote wahr.  

Beim Adventskonzert von „Vox Humana“ schlugen die sehr kurzfristig verschärften Schutzmaßnahmen zu Buche. Aber der Chor machte es so, wie der französische Schriftsteller Georges Bernanos einmal beschrieben hat: „Seine Freude in der Freude des anderen finden können: das ist das Geheimnis des Glücks.“

Die Musik der Illertisser Gruppe „Folk ,n‘ Fun“ ist schon eine gute Tradition zum 2. Weihnachtsfeiertag. In diesem Jahr trug Dekan Jürgen Pommer sogar selbst mit den Lesungen zum Programm bei.

Anfang Januar gastierte der Kammerchor der Uni Ulm in der Petruskirche. Nicht nur die Sängerinnen und Sänger genossen ihren Auftritt mit Stücken von Johann Sebastian Bach und Anton Bruckner.

 

Nun ist die mehrmonatige Vakanz der Kantorenstelle beendet. Tanja Schmid hat schon bei ihrer Vorstellung eine große Offenheit signalisiert, so dass wir mit großer Freude ein neues Kapitel der Musik in und an Petrus aufschlagen.

Barbara Bauer, Conny Hänssler-Schoetensack, Christina Richtmann, Werner Spieß, Helmut Wagenmann, Sabine Weinert-Spieß