Ausstellungen und Kunstschaffende

Ausstellungen


25.09.- 19.11.2022 | Francesco Paolo Russo

 


03.09. - 17.09.2022 | Bernhard Schmid: „Getragen“

Bernhard Schmid
Bildrechte Schmid

sein schaffen werden
Bereits in meiner frühesten Kindheit fühlte ich eine besonders innige Beziehung zu Bäumen. Sie waren für mich Lebens-Raum und vermittelten mir Geborgenheit.
Im Alter von ca. 10 Jahren besuchte ich öfter den Schreiner Grotz in Schwabegg. Wenn er am Späne-Ofen seine Pfeife rauchte, spürte ich Frieden und Geborgenheit in seiner Werkstatt. Da war für mich klar - ich werde Schreiner, konnte ich doch so auch meinen vertrauten Bäumen nahe sein.

Mit Beginn der Lehre fing ich an Intarsienarbeiten und Uhrengehäuse zu schnitzen.
Aber bald war mir der reine Werkstoff Holz zu wenig. Ich suchte das harmonische Leben und die natürliche Schönheit hinter dem Werkstoff Holz. Mit 21 Jahren machte ich mich selbständig und entwarf Möbel und Einrichtungen.

Ich fühlte es immer mehr, dass es Bäume für mich sind. Ich kaufte sie im Wald und lernte die Stimmungen in den Bäumen spüren, machte mich sensibel für das Leben im Baum. Hier war der Frieden von damals aus der Schreinerwerkstatt wieder wahrnehmbar.

So kamen besondere Bäume zu mir, die einen eigenen Namen bekamen und mich weiter auf dem Weg zogen hin zum Künstler und Holzgestalter. Die meisten Bäume/Skulpturen sind innen hochpoliert, bilden einen großem Freiraum. Außen ist das letzte gewachsene Jahr sichtbar. Der Baum lebt hauptsächlich zwischen der Rinde und den letzten ca. 5 Jahren: Er lebt ganz in der Gegenwart.
Das Vergangen-Erlebte ist verarbeitet, aufgebaut Ring um Ring bis zum letzten Jahresring verinnerlicht.

Von Innen empfinde ich Leuchten, mit einem großen klingenden Frei- und Resonanzraum. Mir erscheint der Baum mit dem Vergangenen in Frieden und in der Gegenwart lebend - das entspricht meiner Vision von gelingendem Leben. 

Die Skulpturen entstehen aus einer Kommunikation mit unserer gemeinsamen Schöpfung. Die Oberflächen sind sinnlich wahrnehmbar. Ölen und unzähliges Polieren lassen ein Gefühl von wohlwollender Achtung beim Berühren erahnen. 

Um zu erfassen, was er in mir bewegte, beschreibe ich das Geschehen und die Gefühle in der Kommunikation mit dem Leben und den Menschen. Dankbarkeit fühle ich für diesen Lebens-Weg mit dem Baum und damit, darin in seiner Schöpfung leben und arbeiten zu können.
. . . wie er´s bloß macht.
Danke


06.02. - 24.04.2022 | Mareike Drobny | „große Welt“

große Welt von Mareike Drobny
Bildrechte Henkelmann
Kunstinitiative des Kunstreferates

Unter dem Titel „Hoffnung. Leben. Licht.“ fanden Anfang 2022 in 12 Gemeinden der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern wieder Kunst-Gottesdienste statt. Auch die Petruskirche in Neu-Ulm war in diesem Jahr wieder dabei. Diesmal mit einem Werk der Künstlerin Mareike Drobny, das bis zum 24. April zu sehen war. 

Sich von zeitgenössischer Kunst berühren und inspirieren zu lassen ist der Sinn und Zweck der Initiative. Für die Ortsgemeinden eröffnet sich so eine Möglichkeit, mit hochrangigen Künstlerinnen und Künstlern in Kontakt zu kommen. Finanziert wird die Initiative aus dem landeskirchlichen Kunstfonds der bayerischen Landeskirche. 

Mareike Drobny
große Welt           

165x70  Kreuzstich auf Bauernleinen

Die Arbeit „große Welt“ zeigt eine Stickerei, die beim genaueren Hinsehen Konturen der Erdteile erkennen lässt.  Diese graphische und doch räumliche Arbeit ist in feinen Stichen, symmetrisch gedoppelt aufgestickt. Kreuz um Kreuz hat die über alle Grafiken wandernde Nadel ihre Fixierungen zu beseelten Motiven addiert, die der Gestalt der Landschaft, der Erde folgen. Das Kreuz steht hier für eine immer ständige erneute Zentrierung und gleichzeitige Ausrichtung ins Periphere. An der Mittellinie des Bauernleinens erfährt es eine erneute Kreuzung/ Spiegelung. Und auch im Verlauf nach unten kann man in der Vierfachspiegellug, die Wiederholung des Kreuzes erleben. Hier mutiert es durch eine Veränderung des Rhythmus in eine Lebendigkeit, in körperhafte Lebewesen. Die Arbeit ist auf Bauernleinen akribisch gestickt, hat aber immer wieder Details in der die Stickerei in eine Verpixelung endet.  Die Arbeit beschäftigt sich auch mit der Frage nach Perspektive und Wahrnehmung füreinander. Daher möchte sie gerade aktuell einladen, sich auf ein Betrachten einzulassen um vielleicht große und ganze Teile für sich neu zu entdecken.

Biografie von Mareike Drobny

  • *1983 Neustadt/ Aisch |
  • 2004-2009 Alanus Kunsthochschule, Bonn, Diplom und Meisterschülerabschluss 
  • 2007-2009 Hiroshima City University, Japan

  • Stipendien / Auszeichungen

  • temporäre Kunstprojekte Berlin-Marzahn, Artist in Residence Uster/Zürich, Schweiz, VR-Preis, Debütantenförderung, Bayerisches Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, München, JASSO Stipendium (Japan)
  • Ausstellungen/ Projekte u. a. Kunsthaus Nürnberg, Kreis Galerie Nürnberg, Künstlerforum Bonn, Jüdisches Museum Berlin, Museum Europäischer Kulturen Berlin, Musée des Beaux Art Nizza
  • Arbeitsaufenthalte u. a. in Ägypten, Japan, Israel, Mazedonien, Schweiz, Guatemala, Senegal, Ungarn, Norwegen und Südafrika.

  • 31.10. - 21.11.2021 | Stephanie von Hoyos | Köpfe-Serie „Namenlos“

    Köpfe
    Bildrechte Barraud

    Arbeiten auf Papier mit Acryl und Kreide,

    Stephanie von Hoyos
  • Autodidaktin - seit 1980 Modellieren, freies Gestalten, Beschäftigung mit der menschlichen Figur, Aktzeichnen  
  • Zeichnen, Malen, Farb- Kompositionslehre an der Gildeschule für Kunst in Ulm  
  • 2000 – 2002 Teilnahme an der Fortbildung „Der künstlerische Mensch“ bei Bildhauerin Gisela Drescher, München 
  • 2006 bis 2017 Organisation von Ausstellungen Kulturwerkstatt HAUS 10 und Vorsitz der Künstlervereinigung FFB e.V., Leitung von Mal- und Plastizierkursen  
  • 2012 bis 2017 Leitung eines Inklusionskurses für Menschen mit und ohne Behinderung - ehrenamtlich  
  • Seit 2002 Teilnahme an Gruppen- und Einzelausstellungen im In- und Ausland
  • Mitgliedschaften

  • Mitglied des BBK Allgäu/Schwaben-Süd e.V. 
  • Mitglied Kunstverein Wasserburg/Bodensee 
  • Mitglied der „Künstlervereinigung Fürstenfeldbruck e.V.“ (KV FFB e.V. ) 
  • Ankäufe

  • Sparkasse Fürstenfeldbruck 
  • Stadt FFB 
  • http://www.stephanie-hoyos.de

    Auftakt: Kunst trifft auf neue Musik 

    Vernissage am Reformationstag in der Petruskirche. 
    Der Akkordeonist Kai Wangler, ein erfahrener Musiker in der Neuen Musikszene, spielt das Stück „harmonies“ von Nikolaus Brass und „winter seeds“ des Schweizer Komponisten Klaus Huber. 

    der Akkordeonist Kai Wangler
    Bildrechte Hänssler-Schoetensack

    Kai Wangler

  • *geboren in Freiburg, 
  • studierte Akkordeon in Trossingen bei Hugo Noth. 
  • Er ist 1. Preisträger des Iris-Marquardt Preises und des Musikwettbewerbs des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft. 
  • Sein Interesse für zeitgenössische Musik und deren Vermittlung führte ihn mit zahlreichen Komponisten wie Georg Friedrich Haas, Nikolaus Brass, Mark Andre, Vadim Karrassikov, Samy Moussa und Sarah Nemtsov zusammen, deren Werke er uraufführte. 
  • Er konzertierte u. a. mit dem Ensemble Modern, dem Klangforum Wien, den Vokalsolisten Stuttgart und war Gast u. a. beim Heidelberger Frühling, dem Steirischen Herbst Graz, bei der Münchner Biennale für neues Musiktheater, beim Festival Wien Modern und dem Colón Contemporáneo am Teatro Colón in Buenos Aires. 
  • 2014 gründete er mit dem Bratschisten Klaus-Peter Werani das DUO2KW und konzipiert in München seit 2017 die Konzertreihe „DUO2KW - expanding!“
  • Dozent und Organisator von Ferienkursen für junge Akkordeonisten an den Musikakademien Hammelburg und Ottweiler
  • seit 2007 Lehrer an der Kreismusikschule Fürstenfeldbruck
  • seit 2021 Lehrer an der Musikschule Gilching
  •  

    Komponist Nikolaus Brass 

  • 1949 in Lindau/Bodensee geboren. 
  • Nach dem Abitur 1968 Medizinstudium in München, gleichzeitig private Kompositionsstudien bei Peter Kiesewetter an der Musikhochschule München. Fortsetzung und Abschluss des Medizinstudiums (Staatsexamen) an der Freien Universität Berlin. 
  • Dort begleitend Kompositionsstudien an der Hochschule für Musik bei Frank Michael Beyer und später private Studien bei Helmut Lachenmann in Hannover. 
  • Seit 2003 zahlreiche Ur- und Erstaufführungen bei den wichtigsten Festivals für Neue Musik. 2008 stand Nikolaus Brass im Mittelpunkt der Internationalen Weingartener Tage für Neue Musik. 
  • 2010 widmete das Festival Ultraschall in Berlin Brass ein Portraitkonzert, ebenso wie das Festival Eclat in Stuttgart. 
  • In letzter Zeit widmet sich Brass vermehrt szenischen Projekten. Im Jahr 2009 erhielt Brass den Musikpreis der Landeshauptstadt München, nachdem er 1999 den Förderpreis Musik erhalten hatte. 
  • Seit 2014 ist Brass Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. 2015 erhielt er den Kulturpreis Musik der Sudetendeutschen Landsmannschaft, 
  • seit 2018 ist er Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und der Künste. 
  • Seine Werke sind bei Ricordi Deutschland und beim Verlag Neue Musik, Berlin verlegt.

  • 04.04.- 22.05.2021 Seung-il Chung | „Es ist an der Zeit, dein Inneres zu betrachten.“ 

    verpackt und verborgen
    Bildrechte Barraud

    Kunstwerk „Spiegelkiste“ von Seung-il Chung
    Dauerleihgabe der Galerie Smudajescheck/München
    an die Landeskirchliche Kunstsammlung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern 

    Seung-il Chung, Künstler

    Holz, Spiegel,1x1x1,2011
    „Es ist an der Zeit, dein Inneres zu betrachten.“ 
    Das ist es was der Künstler Seung-il Chung als Zitat zu seinem Kunstwerk, 
    der Spiegelkiste, die sie hier sehen geschrieben hat. 
    Es handelt sich um das Werk 1x1x1. 
    Höhe Breite und Tiefe sind gleich. 
    Was wie eine trinitarische Formel lautet, 
    ist lediglich die Beschreibung dessen was ist
    und sie hier sehen können. Einen Kubus. 
    Holz und eine wenig verdeckt für sie zwei Spiegel, 
    die sich nicht berühren, aber die Kirche und die Decke dieser Kirche widerspiegeln. 
    „Es ist an der Zeit, dein Inneres zu betrachten.“ 
    Ich finde das ein gutes Motto für Ostern. 
    Für die Kirche allgemein und die Menschen, die sich darin versammeln. 
    „Es ist an der Zeit, dein Inneres zu betrachten.“ 
    Er stellt somit auch die Frage, nach der Aufgabe von Religion

    heranwagen
    Bildrechte Barraud

    Und der Wahrnehmung des eigenen Selbst. 
    Häufig erleben wir es dass die Kirche nicht das widerspiegelt was sie eigentlich sein könnte. 
    Und wie selten stellen wir das in Frage?
    Wann stellen wir uns in Frage um zu unserem eigentlichen göttlichen Kern vorzudringen ?
    Noch immer hat Gültigkeit, was Friedrich Nietzsche einst schrieb: 
    Die Christen müssten erlöster aussehen, wenn ich an ihren Erlöser glauben sollte.
    Was ist los mit der Kirche und was ist los mit uns ? 
    Sich dieser Frage zu stellen mute ich ihnen heute zu. 
    In aller Freiheit und in der Hoffnung sie nicht hinter das Licht zu führen, 
    sondern geradewegs hinein in das Licht Gottes das uns alle im rechten Licht
    dastehen lässt. 
    Die Bibel ist das große Buch der Freiheit. 
    Gott führt in die Freiheit und genießt selbst die größte Freiheit
    Indem er von sich sagt, ich werde sein, der ich sein werde. 
    Sich dem anzuvertrauen bedarf Mut. 
    Doch was einem blüht ist, das einem wirklich ein Licht aufgehen kann. 
    Denn wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, sondern wie wir sind so sehen wir. 
    „Verborgener Gott, 
    den es nicht gibt, wie es etwas geben kann, 
    du bist nicht dort, wo wir dich wissen meinen. 
    Doch geschiehst du, wo wir dich vermissen. 

    entdecken
    Bildrechte Barraud

    Verborgener Gott, 
    du fehlst uns
    und wir ahnen doch, 
    dass du uns näher bist, als wir es fassen, 
    näher als wir uns selbst.“ (Christian Lehnert) 
    „Ja es ist an der Zeit, dein Inneres zu betrachten.“
    Dieser Satz des Künstlers Seung-il Chung ist Gabe und Aufgabe zugleich. 
    Ich bitte Sie am Ende des Gottesdienstes zu zweit von links und rechts sich an die Spiegelkiste zu stellen. So wie es ihnen jetzt vorgemacht wird. 
    Dann werden Sie nämlich eine interessante Erfahrung machen. 
    Ich kleide sie zunächst mal in Worte, die sie nachher selbst erleben können. 
    Der Mensch wird am Du zum Ich. 
    Identität läuft über Integration. 
    Ansonsten ist es keine echte Identität. 
    „Verborgener Gott ... 
    Erweise deine Nähe, 
    wo Worte und Verstehen enden,
    wo das Wort „Gott“ nichts mehr sagt, 
    wo der Glaube ins offene fällt. 
    Erweise deine Nähe, 
    wo das Elend zu groß ist, um es zu begreifen,
    wo das Dunkel ohne Widerspruch regiert, 
    wo die tiefe Nacht alle Gewissheiten raubt. 
    Erweise deine Nähe, 
    wo der Tod den Abschied von allem fordert
    Und Menschen zwingt, 
    sich selbst zu verlassen. 
    Erweise Deine Nähe, 
    wo Menschen selbstlos lieben und das Gute tun, 
    ohne es sich anzurechnen, 
    ohne sich besser als andere zu fühlen, 
    weil sie dir allein in sich Raum geben. 
    Erweise Deine Nähe, 
    wo du fern bist, 
    bei denen, die sich selbst überheben, 
    die andere dem eigenen Vorteil opfern, 
    die keine Gnade und keine Vergebung kennen. 
    Ich weiß, dass mein Erlöser lebt
    Und als der letzte wird er sich über den
    Staub erheben. 
    Ich selbst werde ihn sehen, 
    meine Augen werden ihn schauen und kein Fremder.“ (Christian Lehnert) 
    Danach sehnt sich mein Herz in meiner Brust.
    Auszug aus der Osterpredigt vom 4.4.2021.

    Biografie 
    * 1979  geb. in Seoul / Südkorea lebt und arbeitet in Seoul und München  

    Studien 

  • 2011                 Diplom Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München
  • 2010 – 2011    Meisterschüler bei Prof. Magdalena Jetelová
  • 2006 – 2011    Bildhauerei an der AdBK München bei Prof. Magdalena Jetelová
  • 2005 – 2006    Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Thomas Grünfeld
  • 2004                Associate Degree Medien Kunst an der Kaywon School of Art & Design, Südkorea
  • 1999, 2003     Medien Kunst an der Kaywon School of Art & Design, Südkorea 
  •  
    Ausstellungen 

  • In Ulm, 1. Einzelausstellung, in den Goldberg Studios, München, im Märkischen Museum Witten, in Die Vitrine, Nürnberg, St. Pauls Kirche, München, Katholische Akademie in Bayern, München
  • Diplomausstellung, AdBK, München, in Aichach, Mainburg, Detmold, Moskau, Portugal, der Schweiz, England und  Tschechien 
  •  
    Preise 

  • 2012    Shortlist beim boesner art award, Märkisches Museum Witten,
  • Debütantenpreis des Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, München 
  • 2005    Shortlist beim World of Light Expo, Südkorea
  • 1999    Shortlist beim 3. Gwanak Moderne Kunst Wettbewerb, Südkorea 
  •  
    Förderung 

  • 2013 Projektförderung von der Erwin und Gisela von Steiner Stiftung München,
  • seit 2011 Atelierförderung durch Kulturreferat der Landeshauptstadt München,  
  • 2005 – 06 Rotary International Foundation Ambassadorial Scholarship 
  • Infos zum Künstler finden sie unter: http://www.seungilchung.com