30.01.2022-15 Uhr

Einführung unserer neuen Kantorin Tanja Schmid


Endlich…

… ist sie da, unsere neue Kantorin Tanja Schmid!

Am 30.01.2022 wurde sie von Dekan Jürgen Pommer und Kirchenrat Wolfgang Böhm feierlich in ihr Amt eingeführt. Stand der Vormittag ganz im Zeichen der Begrüßung durch die Petrusgemeinde, waren am Nachmittag vor allem Mitglieder der musikalischen Ensembles und Gäste aus dem gesamten Dekanat in der Kirche. Die Aufteilung trug der Pandemie Rechnung.

Schon in seiner Begrüßung ließ Dekan Pommer anklingen, welch hohen Stellenwert die Kirchenmusik in allem Gemeinden ringsum und in Neu-Ulm hat. Kirchenrat Böhm überbrachte die Grüße von Landeskirchenmusikdirektor Ulrich Knörr und von Oberkirchenrat Michael Martin und wünschte der jungen Kantorin einen gesegneten Start in ihre neue Aufgabe.

Dekan Jürgen Pommer zeigt Möglichkeiten der Kirchenmusik auf
Bildrechte: Bauer

Dekan Jürgen Pommer zeichnete eine Perspektive: Er möchte die Lage der Petruskirche im Herzen der Stadt nutzen, um Menschen einzuladen, hier zur Ruhe zu kommen. Gleichzeitig will er Raum für ganz unterschiedliche musikalische Formate bieten. Dabei soll das Angebot sich auch auf den Petrusplatz hin erstrecken. Die Kirchenmusik habe ihren wichtigen Platz in den Gottesdiensten, könne aber durch ihre besondere Sprache, Menschen ganz anders erreichen und zum Klingen bringen. 
Wo kann Kirche noch mehr verbinden, fragte er, um gleich danach zu skizzieren, dass regionale Kirchentage, City-Kirchen-Angebote und fachliche Begleitung Aspekte sein könnten.
Musik sei eine Kraft, die bewegt – vieles und viele! Und das Angebot kann über die Donau hinausreichen, die hier in der Doppelstadt Ulm/Neu-Ulm nicht trennt, sondern verbindet.

In den Grußworten kam die große Freude darüber zum Ausdruck, dass die Vakanz endlich ein Ende hat.
Präsidin Dr. Karin Mehr war das Willkommen-Heißen ein großes Bedürfnis. Sie verdeutlichte, dass Tanja Schmid im Herbst nicht nur rasch, sondern vor allem auch einstimmig gewählt worden ist.

Die Neu-Ulmer Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger und der Neu-Ulmer Landrat Thorsten Freudenberger hatten den Plänen von Dekan Pommer aufmerksam zugehört und bekräftigten in einem gemeinsamen Grußwort, dass Kantorin Tanja Schmid und die Gemeinde auf große Unterstützung durch Stadt und Kreis zählen dürfen. Besonders der Aspekt der Öffnung über den Kirchenraum hinaus, weckt große Hoffnung auf wunderbare, musikalische Projekte. Es gebe hier eine musikalische Landschaft, bei der man sowohl auf Bewährtes setzen könne als auch offen sein darf für neue Ideen und neue Mitwirkende.

Friedemann Johannes Wieland, Kantor des Ulmer Münsters, freute sich darüber, dass Tanja Schmid schon an einem Treffen des Kantorenkonvents teilgenommen hat. Dies ist eine Besonderheit der Doppelstadt, bei der ökumenisch und bundeslandübergreifend Kirchenmusik gestaltet wird. Er wies darauf hin, dass alle in der Pandemie um ihre Chöre bangen, zumal die unterschiedlichen Hygienekonzepte das Arbeiten sehr erschweren. Er habe den Gemeindegesang im heutigen Gottesdienst ganz bewusst genossen, weil das bei ihm bisher nicht möglich gewesen sei. ,Musik vermag manches auszudrücken, was Worte nicht vermögen‘ betonte er, umso wertvoller sei sie für den/die Einzelne und die Gemeinschaft.

Die Synodale Lisa Huster überreichte Tanja Schmid einen Radwegeplan des Dekanats, damit sie ihren neuen Wirkungs-,kreis‘ auf allen Wegen entdecken kann. 
Sie wünscht, dass die neue Traumstelle, wie Tanja Schmid es beschrieben hat, der Ort zum Träume-verwirklichen wird, sie mit Musik den Glauben zum Klingen bringen, auch für diejenigen, denen kirchliche Strukturen fremd sind und das Musik in die Fläche (des Dekanats) wirkt. Sie freue sich auf eine gute Zusammenarbeit und erwähnte den neu gegründeten Ausschuss für Kirchenmusik.

Die Vertrauensfrau des Petrus-Kirchenvorstandes, Dr. Cornelie Hänssler-Schoetensack, griff in ihrem Grußwort den Eindruck auf, den sie von Tanja Schmid gleich bei der ersten Begegnung im Herbst anlässlich der Kantorenwahl gewonnen habe: die neue Kantorin strahlt große Freude an der Musik aus. Gleichzeitig gab sie Kirchenrat Wolfgang Böhm das Anliegen mit, die Landeskirche möge die Kantorenstelle in eine A-Stelle aufwerten.

die Simon-Orgel wartet
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Auch in der Predigt von Dekan Pommer ging es um das Strahlen, wie es im Predigttext „Verklärung des Herrn“ (Matthäus 17) beschrieben wird.  
Petrus, Jakobus und Johannes haben Jesus auf einen Berg begleitet und erleben eine Begegnung mit Mose und Elia (den Vertretern des Alten Bundes), die Jesus verklärt „sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht“ (Mt. 17, 2)
Jürgen Pommer griff den Ausspruch des Petrus auf „Herr, hier ist gut sein!“ und trat in Dialog mit Tanja Schmid und der Simon-Orgel. 
Kantorin Johanna Larch, zuständig für den nord-östlichen Bereich des Dekanats, hatte den ersten Teil des Gottesdienstes musikalisch gestaltet. Dann übernahm die neue Kantorin, nachdem sie feierlich auf die Orgel-Empore geleitet worden war.

Dekan Pommer und die Kirchenmusikerin nahmen die Anwesenden mit auf die mühsamen Etappen einer Bergwanderung, schufen mit Text und Musik Stimmungen; besonders schön die Variation zum Kirchenlied „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ (EG 70). 
Man kann nachspüren, wie diese Verwandlung wirkt. 
Solche „Verklärung“ kann gelingen, wenn Gott in unserem Leben erscheint, wenn wir ihn wirken lassen. 
Die Erfahrung des „Hier ist gut sein!“ kann durch das Festhalten von Erinnerungen in das weitere Leben ausstrahlen. Dekan Pommer beschrieb es: „sie dienen der Seele als Proviant“.
Aber das Beste ist, in solch schönen Momenten ganz und gar anwesend zu sein und sie auch im Alltag wahrzunehmen, denn Gott ist in der Welt und in unserem Leben.

Barbara Bauer

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Bilder: Barbara und Jürgen Bauer, Peter Kellermann, Hans-Peter Thomas